Vom CT 6-2 zum Trigano Cheroky: Unser Weg zum Traumfalter

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jabberwockey
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Vom CT 6-2 zum Trigano Cheroky: Unser Weg zum Traumfalter

Beitrag von jabberwockey »

Hallo zusammen,

nachdem wir seit 2010 als vierköpfige Familie glücklich mit unserem Camptourist CT 6-2 unterwegs waren, stand für uns fest: Etwas Neues muss her. Der CT war zwar gut in Schuss, wurde uns für vier Personen aber langsam zu eng. Zudem war das Zelt bereits einmal komplett durchgenäht sowie geflickt, und wir schielten insgeheim schon länger nach Ersatz.

Über Kleinanzeigen wurden wir fündig: Ein Trigano Cheroky, Baujahr 2012. Im März haben wir ihn abgeholt. Das Zelt war recht ausgeblichen, aber das hat uns erst einmal nicht abgeschreckt. Was uns dann erwartete, war eine Mischung aus Abenteuer, Geduldsprobe und Bastelspaß. Hier ist unser Bericht für alle, die ähnliches vorhaben.

Die große Dichtigkeits-Odysee
Beim Kauf wurde uns von den Vorbesitzern fairerweise direkt gesagt, dass es eine undichte Stelle am Hauptzelt gibt. Die Vorbesitzer-Familie hatte sich im letzten Urlaub so geholfen, dass sie einfach eine große PVC-Plane über das Hauptzelt gezogen hatte.

Als wir den Falter dann bei uns genauer unter die Lupe nahmen, waren wir über das eigentliche Ausmaß aber doch überrascht. Es entpuppte sich als komplett herausgewaschene Stockflecken über eine ganze Zeltseite. Das Ergebnis beim ersten Regen: Die Zeltwand saugte das Wasser auf wie ein Baumwollunterhemd. Die Plane war also dauerhaft keine Option, eine richtige Lösung musste her!

Unser Weg zur Rettung:
1. Versuch 1: Imprägnierung mit Cotton Guard Eco per Drucksprüher. Das Ergebnis: Leider überhaupt keine Veränderung.
2. Der KI-Dialog: Nach langen Gesprächen mit einer KI stießen wir auf Fabsil. Also direkt 5 Liter bestellt.
3. Versuch 2: Die 5 Liter reichten gerade so knapp für das Hauptzelt. Beim anschließenden Regentest war es viel besser, aber immer noch nicht perfekt.
4. Versuch 3: Noch einmal 5 Liter Fabsil bestellt und das Dach nachbehandelt. Wieder besser, aber eine hartnäckige Stelle gefiel mir immer noch nicht.
5. Das Finale: Ich habe 1 Liter Fabsil Gold geordert (fünffache Wirkstoffkonzentration, deutlich teurer, kein UV-Schutz) und gezielt nur diese eine Stelle behandelt. Endlich der erhoffte Erfolg!

Es folgte ein vierwöchiger Härtetest im heimischen Garten, bei dem wir quasi den gesamten Mai im Zelt geschlafen haben. Ergebnis: Perfekt dicht! Auch der erste schwere Sturzregen im Urlaub, der direkt den halben Campingplatz unter Wasser setzte, hat unsere Arbeit absolut bestätigt. Zudem konnten wir über Kleinanzeigen noch ein nagelneues, originales Sonnensegel ergattern – ein echter Glücksgriff!

Die Detailarbeit: Kleinkram und Reparaturen
Als das Zelt dicht war, ging es an die unzähligen Kleinigkeiten:
- Innenzelt: Komplett gewaschen und repariert. Da die originale Aufhängung spürbar auseinanderbröselte, haben wir sie durch neue Gummis ersetzt und an den Ecken zusätzlich mit Edelstahlkarabinern gesichert.
- Fenster & Gurte: Ein ausgerissenes Fenster wurde mit Poolklebeband geflickt und mit der Nähmaschine übernäht. Außerdem habe ich jeweils rechts und links über der Schlafkabine ein Spannband eingenäht – statisch schien mir da irgendwie eine Dimension zu fehlen. Die Fenstergummis und eigentlich alle anderen Gummibänder am Wagen haben wir ebenfalls komplett ausgetauscht.
- Fahrplane: gesäubert (Power Bref geht super!) und das Gummi erneuert.
- Bodenplatte & Kästen: Die Bodenplatte hing etwas durch. Weils im Bereich der hinteren Blechkästen nötig war, haben wir sie mit Schrauben, dicken Unterlegscheiben und reichlich Abdichtung stabil verstärkt.
- Sicherheit im Innenraum: Der Vorbesitzer hatte Dämpfer an den Gepäckfächern montiert, deren Schrauben gefährlich weit in den Innenraum ragten. Aus Angst, uns das Zelt daran zu zerreißen, habe ich die Dämpfer neu angebracht und die Schrauben durch flache Niete ersetzt.
- Scheuernde Lattenroste / Nieten: An den Außenseiten musste ich zudem einen Teil der Niete ersetzen. Das Lattenrost scheuert im Betrieb genau daran und schert mit der Zeit die Nietköpfe ab. Als Sofortmaßnahme habe ich zusätzlich Filzgleiter aufgeklebt. Hier muss ich aber definitiv noch einmal nachbessern: Nach dem Urlaub habe ich gesehen, dass die neuen Köpfe zwar noch nicht komplett ab, aber schon wieder deutlich dünner geworden sind.
- Gestänge-Dilemma: Die Schrauben am Bogengestänge hatten kein Gewinde mehr – hier hilft jetzt ein klassisches Schraubenband. Die teilweise fehlenden Federn im Gestänge wurden ersetzt (Spoiler: Nach dem ersten Urlaub darf ich damit direkt weitermachen... ).
- Das Last-Minute-Malheur: Einen Tag vor dem Urlaub wollte ich die Matratzen beziehen. Dabei habe ich mich unglücklich zwischen den langen Brettern abgestützt und zack – die geteilten Klappdeckel des linken Gepäckfaches zerstört. Also ging es im Eilschritt in den Baumarkt: Alle Deckel wurden durch 15mm Multiplexplatten ersetzt (Danke an den netten Mitarbeiter für die sauberen Schrägschnitte!) und schnell mit Fensterlack versiegelt. Punktlandung vor der Abfahrt!
jabberwockey
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Re: Vom CT 6-2 zum Trigano Cheroky: Unser Weg zum Traumfalter

Beitrag von jabberwockey »

Packwunder und Urlaubsfreuden
Vor und im Urlaub haben wir echt gestaunt, was in den Falter alles reinpasst. Ein kleiner Pack-Tipp: Ich habe beim schwedischen Möbelhaus acht transparente Unterbettkommoden aus PVC für je 1,50 Euro bestellt. Davon passen tatsächlich alle acht Stück oben auf den Anhänger unter die Plane. Die Plane schließt trotzdem perfekt!

Vom Vorbesitzer hatten wir außerdem zwei Unterzelte (Schlafkabinen für unten drunter) mitbekommen. Zu unserer großen Überraschung hat sich unsere 12-jährige Tochter sofort eine davon gesichert und war als Herrin über ihre eigene "Höhle" absolut glücklich.

Und zum Schluss...
Ratet mal, wer sich im Urlaub vor Ärger fast ins Knie gebissen hätte? Das Gestänge für das neue Sonnensegel lag sicher in der heimischen Garage...
Falls es euch mal ähnlich geht: Aus 12mm Glasfibergestänge lässt sich das im Urlaub super provisorisch ersetzen. Heute kann ich drüber lachen!

Unser Fazit
Der Cheroky ist ein genialer Anhänger! Im Vergleich zum Camptourist genießen wir es in vollen Zügen, dass:
- Das Hauptzelt wirklich innerhalb von 20 Minuten steht.
- Der Anhänger selbst bei minimalem Abspannen extrem sturmfest dasteht.
- Wir unendlich viel Platz haben und die Front komplett aufrollen können. In Verbindung mit dem Sonnensegel hat man einen riesigen Wohnbereich.

Der Kontakt zu den Vorbesitzern besteht übrigens immer noch. Diese genießen jetzt ihren T6 mit Dachzelt für mehr Flexibilität – eine echte Win-Win-Situation für beide Seiten!

Drei Fragen an die Expertenrunde:
Zum Schluss habe ich noch drei Dinge, bei denen ich eure Erfahrung brauche:

1. Fenster "ankippen" beim Hauptzelt: Wie ist das herstellerseitig gedacht? Im transparenten PVC sind Löcher, die so wirken, als gehöre dort ein Abstandshalter hinein, um die Fenster auszustellen. Ich finde dazu aber einfach kein passendes Zubehör oder Infos. Weiß jemand, wie das gelöst wird?

2. Schlafkomfort / Matratzen: So richtig bequem ist die Kombination aus Original-Matratze und Lattenrost leider nicht. Es ist zwar besser als der harte Deckel des CT 6-2 (und toll, dass man wegen der Unterlüftung nicht ständig lüften muss), aber erholsamer Schlaf geht anders. Wie habt ihr das gelöst? Habt ihr Topper, andere Matratzen oder ganz neue Ideen?

3. Abscherende Niete durch Lattenrost: Haben andere Cheroky- oder Trigano-Besitzer auch das Problem, dass das Lattenrost an den Nieten der Außenseite scheuert und die Köpfe rasiert? Wie habt ihr das dauerhaft gelöst? Meine Filzgleiter waren leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!

Viele Grüße, Jabberwockey
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Exfalter
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Re: Vom CT 6-2 zum Trigano Cheroky: Unser Weg zum Traumfalter

Beitrag von Exfalter »

Hallo Jabberwockey,

das ist ja ein abenteuerlicher Start mit eurem Traumfalter! Aber deine Beiträge zeigen, dass du kein Problem damit hast, selbst Hand anzulegen um andere Probleme zu lösen! Weiterhin gutes Gelingen!

Zu den Fenstern: Ich vermute, dass da Glasfiberstangen hinein gehören, um das Fenster selbst im geschlossenen Zustand luftdurchlässig zu machen. Aber da sollen ggf. andere Cheroky-Besitzer was zu schreiben.

Zu den Matratzen: Du könntest dir neue Matratzen mit höherer Dichte zuschneiden lassen. Die sind zwar etwas härter, liegen aber auch nicht so schnell durch. Unser Brüderchen ist mit relativ dünnen, aber festen Matratzen ausgestattet. Übrigens haben wir keine Lattenroste, sondern rohe Sperrholzplatten (im Original waren die wohl lackiert, aber sie wurden ersetzt). Das hatte auch in den 60-er Jahren schon der Eifelland-Wohnwagen meiner Eltern. Feuchtigkeitsprobleme haben wir da nicht.

Andere Frage: Hattest du nicht früher mal einen CT 6-1 und warst im früheren Zeltcaravanforum unter gleichem Nick registriert?

Viele Grüße, Stephan
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Re: Vom CT 6-2 zum Trigano Cheroky: Unser Weg zum Traumfalter

Beitrag von jabberwockey »

Hallo Stephan,

einen CT6-1 hatte ich nie, immer nur den oben genannten 6-2er seit Anfang der 2000er. Dennoch gehe ich davon aus, dass ich derjenige im alten Forum unter gleichem Namen registriert war.

Zu den Matratzen: Ja, dickere Matratzen wären eine Option. Eine andere ein Topper. Oder vielleicht gibt's auch jemanden, der das Lattenrost verändert hat, mehr Latten z. B.?

Zu den Fenstern: ja, es wirkt so, als wenn da eine Art Abstandsstangen hineingehören. Die scheinen bei uns zu fehlen. Klar, ich könnte irgendwas zusammen fummeln, aber wenn ich wüsste, wie die in Original aussehen, hilft mir das sicher. Eine Bezugsquelle fürs Ersatzteil wäre natürlich auch was :)

Viele Dank für deine Antwort + viele Grüße!
Muesli
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Re: Vom CT 6-2 zum Trigano Cheroky: Unser Weg zum Traumfalter

Beitrag von Muesli »

Hi!

Es ist einfach schön, solche Berichte zu lesen. Speziell dann, wenn es sich um das Modell handelt, mit dem wir schöne Sommerurlaube verbracht haben.
Ich werde unseren Falter in guter Erinnerung behalten. Heute habe ich ihn komplett leergeräumt, Ende des Monats wird er eingetauscht gegen einen Wohnwagen.

Ja, alles hat seine Zeit. Im Juli hatten wir an der Nordsee unseren letzten gemeinsamen Urlaub zu viert, dafür war der Falter perfekt und der Spaß groß.
Die Kinder werden flügge und machen ihr eigenes Ding, zurück bleiben die Eltern, die den Campingurlaub nach wie vor lieben und nun nicht mehr dieses beeindruckende Platzangebot benötigen.
Wir mögen es, am Urlaubsziel flexibel mit dem Auto unterwegs zu sein, so war der Wohnwagen die logische Konsequenz.

Zu den Fragen:
1. Abstandhalter kenne ich ab Werk nicht. Wir haben, wenn Bedarf war, mit Schnüren und Heringen ausgestellt. Aber überwiegend eigentlich immer nur die Fenster-Abdeckung rauf und runtergerollt.
2. Wir waren immer mit Topper unterwegs. 4cm Topper auf die Originalmatratze und -rost war perfekt für uns.
3. Da habe ich nicht speziell darauf geachtet. Lattenrostgestell lag immer fest auf und abgescherte Nietenköpfe sind mir nicht aufgefallen.

Und zum Abschluss:
Viel Spaß bei allen weiteren Urlauben mit Eurem Falter!

LG Peter
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